Von der Bühne in die Passage, in den Hinterhof und wieder zurück auf die Bühne 

Wie aus einer alten Bank der Tresen von „STUDIO RAMBO-ZAMBO“ wurde

Wer „STUDIO RAMBO-ZAMBO – Schwitzen für die Zukunft“ besucht, landet in einem Fitnessstudio. Mittendrin steht ein geschwungener Tresen. Neu ist er allerdings nur auf den ersten Blick. Seine Geschichte im Renitenztheater beginnt bereits in der Spielzeit 2006/2007. Damals gehörte die geschwungene Bank zum Bühnenbild von „Die Vögel“, einem satirischen Theaterstück nach der Komödie von Aristophanes.

Nach Ende der Produktion wanderte die Bank zunächst in die Passage vor dem damaligen Renitenztheater in der Eberhardstraße. Mit dem Umzug in die Büchsenstraße zog auch die Bank um und wurde zum Rast- und Ruhebänkchen im Hinterhof. Dort hinterließen Wind, Wetter und die Jahre zunehmend ihre Spuren.

Fast zwei Jahrzehnte nach ihrem ersten Bühnenauftritt wollte Bühnen- und Kostümbildnerin Catrin Brendel ihr neues Leben einhauchen. Als sie mit ihrer Idee zu Intendant Roland Mahr ging, stellte sich heraus: Er hatte denselben Gedanken. Die alte Bank sollte nicht entsorgt werden, sondern zurück ins Rampenlicht.

Ergo holte Catrin die Sitzbank in die Theater-Werkstatt. Für „STUDIO RAMBO-ZAMBO“ wurde sie geteilt und ihre gebogenen Elemente wurden neu übereinander zusammengesetzt. Schreiner Gerry unterstützte Catrin dabei mit maßgeschneiderter, präziser Handwerkskunst.

So entstand ein wunderschöner Tresen für das Fitnessstudio. Nach Aussage Catrins musste dafür nichts neu gekauft werden.

Kreislaufwirtschaft ganz praktisch

Die Bank ist ein besonders sichtbares Beispiel für Kreislaufwirtschaft im Theater: Vorhandene Materialien bleiben möglichst lange in Gebrauch und werden für neue Aufgaben weiterverwendet.

Doch sie ist nicht das einzige Beispiel in „STUDIO RAMBO-ZAMBO“. Auch die Bühnenwände haben bereits mehrere Verwandlungen hinter sich. Ursprünglich dienten sie der Eigenproduktion „Bopser 9“ als flexible Bühnenelemente. Danach wurden sie für das Kinderstück „Steinsuppe“ zu Zimmerwänden umgebaut. Nun zeigen sie sich im Fitnessstudio in vollkommen neuer Farbigkeit und filigraner Optik: als Rahmen, bespannt mit flexiblen Gummibändern.

Ressourcenschonung wird damit Teil des Gestaltungsprozesses. Wer mit Vorhandenem arbeitet, muss darin neue Möglichkeiten erkennen. Und Catrin Brendel ist eine wahre Meisterin der Wiederverwertung und Neugestaltung. Die alte Form gibt ihr zwar etwas vor, doch die neue Nutzung verlangt eine andere Lösung, eine kreative Metamorphose.

Vielleicht ist ja genau das auch die interessanteste Form von Kreislaufwirtschaft im Theater: Man sieht dem fertigen Ergebnis nicht an, wie viel Verwandlung und Geschichte bereits darin steckt.

„STUDIO RAMBO-ZAMBO – Schwitzen für die Zukunft“ ist die neue Eigenproduktion des Renitenztheaters.

Bühnen- und Kostümbild: Catrin Brendel I Regie: Nadine Klante und Roland Mahr I Autor: Christoph Wind I Schauspiel: Angela Neis, Ismael Boerner & wechselnde Gäste I Im Video-Call: Max Uthoff als Kanzler

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